Partou organisierte daraufhin Gespräche, in denen 130 Erzieher, 100 Niederlassungsleiter und 25 Büroangestellte befragt wurden. Das Ergebnis war ein Bericht mit Empfehlungen für weniger Arbeitsbelastung und mehr Arbeitsfreude.
Doeve (25): „Wenn ich morgens zur Arbeit komme und mir die Kinder in die Arme
laufen, bin ich jedes Mal aufs Neue glücklich.“ Wie viele ihrer Kolleginnen und Kollegen wusste auch Doeve schon früh, dass sie „etwas mit Kindern“ machen wollte. Sie studierte Pädagogik und arbeitet inzwischen seit fünf Jahren in der gleichen Kindertagesstätte – anfänglich bei SKS Alles Kids, das in dieser Zeit von Smallsteps übernommen und dieses Jahr in Partou umbenannt wurde. „Partou hat viel zu bieten.“
Zusätzliche Aufmerksamkeit
In ihrer E-Mail an Lemmens erwähnte Doeve den Personalmangel. „Wir hatten zu wenig Leute und trotzdem wurden uns neue Kinder zugeteilt – das hätte nicht sein müssen.“ Über die besondere Situation in dem benachteiligten Viertel, in dem sie arbeitet: „Wir haben viele Kinder, die zusätzliche Betreuung und Aufmerksamkeit brauchen, also einfach mehr Personal.“ Und über überfällige Instandhaltungsarbeiten. „Es war alles Mögliche los … Aber auch als die Arbeitsbelastung sehr hoch war, sind wir behutsam miteinander umgegangen. Wir sind wirklich füreinander da.“ Das eingespielte, engagierte Team ist genauso vielfältig wie das Wohngebiet und die Kinder in der Gruppe. „Wir sind alle unterschiedlich, haben ganz verschiedene Persönlichkeiten und ergänzen uns gut.“
Kritische Fragen
Eines der Gruppengespräche über die Arbeitsbelastung fand in Doeves Kinderhort statt. „Es waren viele Kollegen aus der Umgebung dabei. Es herrschte eine offene, sichere Atmosphäre, in der wir alles sagen konnten. Anschließend besichtigte Jeanine Lemmens noch unsere Niederlassung und habe ich sie ausführlich gesprochen. Sie hörte zu und stellte auch kritische Fragen, wie zum Beispiel: ‚Was hättet ihr selbst tun
können?‘ Sie nahm sich wirklich Zeit.“
Für die Kinder
„Danach ist im positiven Sinne viel passiert.“ Doeve nennt Reparaturen, neue Kollegen und eine Zeit lang keine zusätzlichen Kinder. „Es macht Spaß und es gibt wieder Zeit für kleine Scherze! Ich habe jetzt das Gefühl, dass ich nützlich bin und dass mein Arbeitgeber für meine Arbeit dankbar ist.“ Sie denkt kurz nach. „Ja, ich würde meinen Freundinnen inzwischen empfehlen, hier zu arbeiten. Seien wir ehrlich: Im Moment gibt es überall Arbeit, aber Partou hat durchaus etwas zu bieten, beispielsweise ein angemessenes Gehalt für die Beschäftigten in den Vorschulgruppen.“
Doeve informierte sich über das Ausbildungsangebot. „Ja, ich habe auch einen
Traum. Ich möchte gerne pädagogischer Coach werden. Deshalb habe ich mich
für zwei sehr interessante Kurse angemeldet.“ Sie schließt mit einer kritischen
Anmerkung: „Als Coach würde ich aber genügend Zeit für die Mitarbeiter haben
wollen, denn ich glaube, dass ich nur dann wirklich etwas für die Kinder bedeuten
kann. Das ist letztendlich, worum es geht.“