Sie wollte ursprünglich ein paar Jahre in der Kinderbetreuung arbeiten und dann sehen, was die Welt sonst noch zu bieten hat. Aber inzwischen ist Senaska Seloska seit fünfzehn Jahren fester Bestandteil des Teams in Nootdorp. Als Erzieherin betreut sie täglich Kinder im Alter von null bis zwei Jahren. „Ich habe immer gesagt: Ich höre auf, sobald mir diese Arbeit einen Tag lang keinen Spaß mehr macht“, lacht sie. „Aber dieser Moment kommt einfach nicht. Natürlich gibt es regelmäßig Herausforderungen. Aber gleichzeitig gibt jeder Tag auch Grund zur Freude.“Senaska wird oft von Freunden und Bekannten gefragt, ob ihre Arbeit in der Kinderbetreuung nicht hart sei. „Das erlebe ich selten so“, betont sie. „Im Gegenteil, es fühlt sich wie eine Ehre und eine große Verantwortung an, dass Eltern dazu bereit sind, einem jeden Tag ihre Kinder anzuvertrauen. Mit unserer Arbeit können wir einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der Kinder leisten. Es ist keine Arbeit wie jede andere und das gefällt mir daran so.”
Ständig beobachten
Als Erzieherin wird sie fast täglich Zeugin besonderer Momente im frühen Leben ihrer Betreuungskinder. „Es kommt oft vor, dass Babys in der Kita ihre ersten Schritte machen“, nennt Senaska als Beispiel. „Solche Momente werden nie langweilig, egal wie oft man sie miterleben darf.“
Senaska, eine Frau in den Vierzigern, leitet mit drei Kolleginnen eine Gruppe von bis zu zwölf Kindern „Morgens bereiten wir erst alles für den Tag vor“, erklärt Senaska. „Dann kommt die Übergabe mit den Eltern: Sie erzählen uns, wie das Wochenende war und ob es Besonderheiten gibt, auf die wir achten sollten. Danach dürfen die Kinder oft frei spielen, zum Beispiel im Sandkasten oder beim gemeinsamen Malen. Dann bekommen sie gesundes Essen, einschließlich frischem Obst. Die Kleinsten machen zwischendurch zweimal ein Nickerchen. Wir beobachten die Kinder ständig, die Aufmerksamkeit darf keinen Moment nachlassen.“
Geschmackssafari
Selbst bei den Allerkleinsten versuchen die Erzieherinnen von Partou, auf subtile Weise zu ihrer Entwicklung beizutragen. „Wir machen das in kleinen Schritten, wir drängen den Kindern nie etwas auf“, erklärt die Betreuerin. „Es kann darum gehen, zu lernen, aus einem höheren Becher zu trinken oder Obst mit einem kleinen Messer statt mit den Händen zu essen.“ Sie erwähnt auch die Geschmackssafari, bei der die Kinder ein Gemüse kennenlernen und es auf verschiedene Weise erleben. Zum Beispiel die Karotte: von roh über gekocht bis hin zum Karottenkuchen. „Es kann auch sein, dass wir den Kindern anhand von Gemüse neue Farben beibringen“, fährt sie fort. „Wir passen alle Aktivitäten an den Lernstand der Kinder an.“
Die Kindertagesstätte, in der Senaska arbeitet, wurde vor einigen Jahren in die Partou-Familie eingegliedert. Das bedeutete unter anderem, dass es für sie und ihre Kollegen plötzlich mehr Richtlinien gab, auch zum Umgang mit den Kindern. „Anfangs fühlte sich das für mich befremdlich an, nicht mehr in allen Fällen eine instinktive Reaktion zeigen zu können. Inzwischen kann ich das akzeptieren. Der Sinn von Regeln leuchtet mir natürlich ein.”
Aktion für die Türkei
Partou begleitet seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch sehr gut bei ihrer eigenen Entwicklung, meint Senaska. „Wir haben jetzt zum Beispiel die Möglichkeit, an Kursen teilzunehmen“, erklärt sie. „Ich kenne mich dadurch jetzt besser mit Erster Hilfe aus und habe gelernt, wie ich Praktikanten besser betreuen kann. In einem anderen interessanten Kurs ging es darum, wie ich Kindern mit Entwicklungsproblemen besondere Aufmerksamkeit schenken kann.“
Bei Partou haben Niederlassungen übrigens durchaus die Möglichkeit, ihrer Arbeit eine eigene Note zu verleihen und selbst die Initiativen zu ergreifen. „Ich bin jemand, der gerne Menschen hilft, die weniger haben als ich“, erzählt Senaska. Nach den Erdbeben in der Türkei und Syrien begann sie sofort eine Spendenaktion für die Eltern und Säuglinge in den betroffenen Gebieten. „Wir haben die Eltern unserer Kitakinder gefragt, ob sie Babykleidung für die Kinder in den betroffenen Gebieten spenden könnten. Partou hat diese Aktion sofort aufgegriffen und sogar 30.000 Euro an UNICEF gespendet, eine Organisation, mit der Partou schon länger zusammenarbeitet. Das hat mich sehr gefreut: Als wir den Scheck überreichten, habe ich geweint wie ein Kind."