Marijke van Rijn, die Leiterin des FIP-Teams, sagt ganz offen: „Ein kluges Unternehmen will am liebsten gutes Personal binden. Das gilt besonders in Zeiten des Personalmangels, wie er in der Kinderbetreuung seit Jahren herrscht. Der Markt erfordert neue Formen der Zusammenarbeit.“ Immer mehr pädagogische Fachkräfte wollen stärker selbst über ihre Zeit bestimmen können und ihre Arbeit bewusster mit der Gestaltung ihres restlichen Lebens verbinden.
„Man kann es mit dem vergleichen, was wir früher Freiberufler nannten“, erklärt van Rijn. Kinderbetreuungsstätten, die wegen Krankheit oder anderen unerwarteten Umständen plötzlich mehr Personal brauchen, können sich an das FIP-Team wenden. „Sie wissen, dass es gute Leute sind, die sich schnell anpassen können und mit Partou und unserer Arbeitsweise vertraut sind.“ Das System funktioniert zurzeit in den niederländischen Regionen Utrecht, Amsterdam, Nord- und Südholland, Rotterdam und Den Haag. Die meisten FIP-Mitarbeitenden sind im Augenblick in der Region Utrecht tätig, und das ist auch gut, denn dort gibt es die meisten (akuten) Personalengpässe.
Die flexibel einsetzbaren Erzieherinnen und Erzieher geben jede Woche an, wie viele Stunden sie arbeiten können. Partou gleicht diese Verfügbarkeit dann mit der Nachfrage in den Betreuungsstätten ab. Die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit von flexiblen Kräften variiert zwischen 0 und 36 Wochenstunden und wird in gegenseitigem Einvernehmen festgelegt. Issam Janssen (53) ist einer dieser flexiblen Erzieher. Er arbeitete 16 Jahre lang in Wageningen in einer altersgemischten Gruppe, 2012 wählte er vorübergehend einen anderen beruflichen Weg. Vor kurzem entschied er sich jedoch, in die Kinderbetreuung zurückzukehren. „Ich habe einen 36-Stunden-Vertrag, ich arbeite also Vollzeit“, erklärt er. „Aber in der einen Woche hat man mehr Zeit zum Arbeiten, in der anderen braucht man mehr Zeit für sich. Dafür finden wir zusammen immer eine Lösung, solange ich an meine Stundenzahl im Monat komme.“
Normalerweise plant Janssen seine Verfügbarkeit länger im Voraus. „Mein Partner lebt im Ausland“, erklärt er. „Deshalb versuche ich, ab und zu für zwei Wochen wegfahren zu können. Das gleiche ich dann mit längeren Arbeitswochen in der übrigen Zeit aus.“ Andere häufig genannte Gründe sind ein Teilzeitstudium neben der Arbeit, informelle Pflege für die Eltern oder Betreuung der eigenen Kinder. „Diese Art des Arbeitens zwingt einen dazu, bewusster über seine verfügbare Zeit und seine Prioritäten nachzudenken“, erklärt Janssen. „Vor allem in Zeiten, in denen ich mehr arbeite, muss ich gut auf meine physischen und psychischen Grenzen achten und sie einhalten.”
Der Erzieher hat einen festen Bereich, in dem er eingesetzt wird, wodurch er einige Niederlassungen und die Kinder dort gut kennt: „Ich kann mich anpassen, aber es ist doch schön, regelmäßig mit denselben Kolleginnen und Kollegen und Kindern zu arbeiten. Und durch den unbefristeten Vertrag habe ich auch die Vorteile einer
Festanstellung.“ Er räumt ein, dass dieses flexible Arbeiten nicht zu jedem passt: „Viele Leute brauchen Sicherheit und Regelmäßigkeit. Aber ich kann normalerweise gut mit Veränderungen umgehen. Und durch die Arbeit an wechselnden Orten lerne ich mehr Menschen kennen. Kein Arbeitstag ist wie der andere und ich lerne jeden Tag dazu.“
Inzwischen arbeiten etwa 200 der 9.000 pädagogischen Fachkräfte auf diese Weise. Die Zusammensetzung des FIP-Teams ist sehr vielfältig, erklärt FIP-Leiterin Marijke van Rijn: „Es sind alle Altersklassen vertreten, von 18 bis 67 Jahre. Es kommt übrigens manchmal vor, dass eine pädagogische Fachkraft so gut zu einer Niederlassung passt, dass er oder sie eine Zeit lang am gleichen Ort bleibt oder auf Dauer sogar in den festen Mitarbeiterstamm wechselt.“ Die FIP-Mitarbeitenden werden in einem vorab festgelegten Gebiet eingesetzt: „Wir rechnen nicht in Kilometern, sondern in Reisezeit, denn manche Leute haben ein Auto und andere sind auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. Die Mitarbeitenden müssen innerhalb einer Dreiviertelstunde Stunde Fahrzeit an ihrem Arbeitsplatz sein können.“
Das FIP-Team besteht nun seit etwas mehr als einem Jahr. Sowohl die Mitarbeitenden als auch Partou selbst sind sehr zufrieden. „Die Kolleginnen und Kollegen dieser Gruppe haben viel Energie“, lobt van Rijn. „Und diese innovative Methode passt zum heutigen Arbeitsmarkt, aber auch sehr gut zu Partou. Wir hatten diese Idee und Partou bot uns gleich die Möglichkeit zu untersuchen, ob sie tatsächlich funktionieren konnte. Es ist sehr schön, ernst genommen zu werden und zu merken, dass ein großes Unternehmen für solche Innovationen, die vom Team eingebracht werden, offen ist.“