„Nun ja, im wahrsten Sinne des Wortes relevant, denn es gab zusätzliche Probleme“, meint Marlie van de Ven (31). „Ich habe damals zusätzliche Unterstützung für die Gruppen in meiner Region organisiert, sogar eine Verdoppelung. Aufgrund unserer guten Beziehungen zur Stadtverwaltung werden dafür dann Mittel freigemacht. Darauf bin ich sehr stolz.“
Van de Ven ist Heilpädagogin und arbeitete bis vor einigen Jahren als Leiterin der Pädagogikabteilung bei SKS Alles Kids, das später von Smallsteps übernommen wurde. Inzwischen konzentriert sie sich bei Partou als Leiterin der Vorschulerziehung auf Kinder mit Entwicklungsverzögerungen. „Einigen Kindern fällt es schwer, in einer regulären Gruppe Anschluss zu Gleichaltrigen zu bekommen. Die Betreuung dann aufzugeben, kann meines Erachtens nicht die Lösung sein. Wir sollten schauen, wie wir dem Entwicklungsstand dieser Kinder besser gerecht werden und zusätzliche Hilfen anbieten können.
Denn jedes Kind sollte die Möglichkeit bekommen, sein Potenzial auszuschöpfen. Neben angemessener Bildung sollte es auch eine angemessene Kinderbetreuung geben, einschließlich entsprechender Vorschulerziehung, und das in jedem Wohngebiet!“
In der Vorschule gedeihen
Jede Stadt, jeder Bezirk und somit auch jede Vorschule ist anders. „Wir stellen uns auf die Kinder in der Gruppe ein und beziehen ‚die ganze Welt‘ mit ein. Mit Themen und Rollenspielen üben wir den aktiven Wortschatz und soziale Situationen.“ Die Vorschulgruppen unterscheiden sich deutlich von den normalen Kinderbetreuungsgruppen. „Angenommen, ein Kind im Vorschulalter kommt aus einem Kriegsgebiet und betritt hier eine Kita – das ist eine völlig andere Welt. In der Vorschulgruppe mit speziell ausgebildeten Mitarbeitern und einer Einrichtung, die ihm vertrauter ist, gedeiht es prächtig.“ Schätzungsweise 15 % der Vorschulkinder in den Niederlanden profitieren von zusätzlicher Unterstützung in den Bereichen Sprache und Sprechen, Rechnen, sozial-emotionale oder motorische Fähigkeiten. Van de Ven: „Und wenn es in mehreren Bereichen Verzögerungen gibt, können wir – in Absprache mit den Eltern – wieder andere Spezialisten hinzuziehen.“
Netzwerk
„In verschiedenen Gemeinden sitze ich bei Entscheidungen mit am Tisch, zusammen mit Stadträten, Verwaltungskräften, sozialen Helfern und manchmal auch Schulträgern. Dieses Netzwerk ist sehr wichtig. Wir sorgen miteinander dafür, dass alle Kinder die bestmögliche Vorschulerziehung bekommen. Und das Schöne dabei ist: Aufgrund des Subventionsverhältnisses werden strukturelle Vereinbarungen getroffen, was Qualität garantiert, weil es kommunale Rahmenbedingungen und gesetzliche Qualitätsanforderungen gibt. Die Gemeinde überprüft das ständig. Ich habe erst neulich einen Anruf von der Stadt Rotterdam mit der Frage bekommen, wie alles läuft, ob es Probleme gibt und was unsere Kinder brauchen. Sie sind sehr engagiert“, sagt van de Ven.
Unsere Verantwortung
Auch van de Ven setzt sich sehr für die Kinder in ihrer Region ein: „Egal wie alt ein
Kind ist, ob mit oder ohne Benachteiligung oder Indikation, es sollte immer die
Unterstützung bekommen, die es braucht. Wer setzt sich sonst für diese Kinder ein?
Solange die Eltern nicht etwas Anderes wollen, finde ich es unsere Verantwortung."