„Ich habe Erziehungswissenschaften studiert und kam vor einigen Jahren durch meine Doktorarbeit über die Eingewöhnung von Babys in der Kinderbetreuung mit Partou in Kontakt, als ich nach Einrichtungen suchte, die an dieser Untersuchung mitarbeiten wollten. Die Untersuchung konnte ich an einigen Standorten von – damals noch – Smallsteps durchführen.“ Die Doktorarbeit, die sich über vier Jahre erstreckte, zeigte, dass es bei Eltern viel Unruhe verursachen kann, wenn ihr Baby das erste Mal in die Kinderbetreuung geht. Sanne „Diese Unruhe wirkt sich auf das Baby aus, was wiederum die Eltern beeinflusst. Deshalb ist es wichtig, sowohl den Eltern als auch den Kindern einen herzlichen Empfang in der Kinderbetreuung zu bieten. Die Empfehlungen aus meiner Arbeit habe ich den teilnehmenden Kinderbetreuungseinrichtungen zukommen lassen. Bei Partou waren die Kollegen der Qualitätsabteilung die Empfänger. Und glücklicherweise tun wir bei Partou bereits viel, um neue Kinder und Eltern gut aufzunehmen, unter anderem mit dem neuen Magazin Babytijd zur Begrüßung.“
Als sich Sannes Doktorarbeit in der Endphase befand, machte ihr Betreuer an der Universität sie auf die freie Stelle eines Forschungs- und Analysespezialisten bei Partou aufmerksam. „Das Vorstellungsgespräch fühlte sich sehr gut an, und das beruhte offenbar auf Gegenseitigkeit. So habe ich nicht lange danach bei Partou angefangen.“ Außer Sanne besteht die Abteilung Monitoring, Forschung und Beratung aus zwei weiteren Kolleginnen. Sie fungieren jeweils als Kontaktperson für verschiedene laufende Untersuchungen von Universitäten und Hochschulen bei Partou, z. B. zur Überwachung der Entwicklung von Kindern, Schlaf, Bewegung und Gesundheit. „Wir treffen eine gezielte Auswahl aus den Studien, für die wir um Mitarbeit gebeten werden. Einerseits müssen die Ergebnisse einen Mehrwert für unser Unternehmen bzw. die Branche haben und andererseits achten wir auch auf die Belastung für die Niederlassungen, in denen die Studien durchgeführt werden.“
Pilotstudien: über Ausstattung, Spielmaterial und Töpfchentraining
„Wir führen auch selbst Pilotstudien durch“, erklärt Sanne. „Zum Beispiel läuft gerade eine Studie in einigen Betreuungseinrichtungen mit Vorschulerziehung, in der untersucht wird, wie die Ausstattung der Gruppen verbessert und das Spielmaterial abwechslungsreicher und für die Kinder besser verfügbar gemacht werden kann; wir wissen, dass das ihre Entwicklung beeinflussen kann. Die Niederlassungen haben dafür Hilfen bekommen, die sie selbst ausprobieren konnten, und wir untersuchen jetzt, ob dies tatsächlich zu Verbesserungen geführt hat und auch machbar war. Wenn ja, werden wir dies nach Möglichkeit breiter einführen.“
Ein weiteres Beispiel für ein internes Pilotprojekt ist die Studie zum Trocken- und Sauberwerden in jüngerem Alter. Sanne: „Mit der immer besser werdenden Qualität der Windeln werden Kinder immer weniger dazu animiert, ihr Bedürfnis auf dem Töpfchen statt in der Windel zu erledigen. Mehrere Studien haben jedoch gezeigt, dass ein frühes Töpfchentraining die Gesundheit der Kinder verbessern und Infektionen vermindern kann, und natürlich ist es auch besser für die Umwelt. Deshalb untersuchen wir, ob wir den Kindern – in enger Rücksprache mit ihren Eltern – schon früher beibringen können, das Töpfchen und später die Toilette zu benutzen. Die Eltern bekommen hierfür Zugang zu einer speziellen App, die sie über 10 Wochen Schritt für Schritt beim Töpfchentraining begleitet. In der App finden sie Tipps, können Fragen an einen Experten stellen und verfolgen, wie sich ihr Kind in diesen 10 Wochen entwickelt. Ich bin schon sehr gespannt auf das Resultat.“
Monitoring
Außer den Studien über die kindliche Entwicklung behält Sannes Abteilung auch die Qualität der Betreuung bei Partou im Auge. Das reicht von der Bewertung des gesetzlich vorgeschriebenen Kurses „Babys in der Kinderbetreuung“ für alle pädagogischen Kräfte, die mit Kindern unter einem Jahr arbeiten, über eine Bestandsaufnahme, wie das Personal die überarbeitete Partou-Pädagogik umsetzt, bis hin zum Monitoring von Berichten des Gesundheitsamts, Vorfällen mit Kindern und Beschwerden von Eltern. Sanne hierzu: „Das Monitoring ist auch ein wichtiger Teil unserer Arbeit. Im Falle des Babykurses haben wir beispielsweise überprüft, ob das Wissen der Erzieherinnen durch die Schulung tatsächlich gestiegen ist. Denn obwohl der Kurs gesetzlich vorgeschrieben ist, ist es für uns das Wichtigste, dass die Mitarbeiter, die viel Zeit und Energie in die Schulung stecken, auch etwas dabei lernen. Das ist zum Glück der Fall.“
Als Folgemaßnahme wird im Januar 2024 eine Messung der pädagogischen Qualität in den Babygruppen beginnen. Sanne: „Sehr interessant, auch angesichts der Veränderungen durch das niederländische Gesetz zur Innovation und Qualität in der Kinderbetreuung, um einen Einblick in mögliche Qualitätsverbesserungen in diesen Gruppen zu bekommen.“
Abschlussarbeit bei Partou
Sanne und ihre Kollegen betreuen auch Studenten, die bei Partou ihre Abschlussarbeit schreiben. Dabei geht es um Untersuchungen zu unterschiedlichsten Themen wie Mehrsprachigkeit in der Kinderbetreuung, die Bedeutung von mehr Bewegung und ihre langfristigen positiven Auswirkungen, Spiele mit Risiken mit Kleinkindern in der Kita und wie wichtig Eltern eine grüne Kita finden. Sanne: „Das sind alles interessante Studien, über die wir auch innerhalb unseres Unternehmens aktiv informieren. Indem wir zeigen, was im Forschungsbereich alles geschieht, sowohl in Zusammenarbeit mit Universitäten und Hochschulen als auch auf eigene Initiative von Partou, wollen wir die Arbeit unserer Abteilung sichtbarer und konkreter machen, damit unsere Kollegen den Mehrwert für (die Qualität) unserer Kinderbetreuung sehen.“
Demnächst wird die Abteilung Monitoring, Forschung und Beratung um einen vierten Kollegen erweitert, der in Zusammenarbeit mit der Universität Utrecht ein langfristiges, vierjähriges Forschungsprojekt in Kinderhorten zu Talent- und Interessenentwicklung und zur Frage, wie Kinder mehr Spaß daran haben können, durchführen wird. Interessante Zwischenergebnisse werden natürlich sowohl innerhalb von Partou als auch extern kommuniziert.
Sanne: „Ich finde es bemerkenswert, dass bei Partou so viel im Bereich Forschung in der Kinderbetreuung getan wird. Dass es eine Abteilung gibt, die sich in Vollzeit damit beschäftigt und unsere Arbeit wissenschaftlich zu unterbauen versucht. Es gibt nur wenige andere Anbieter von Kinderbetreuung, die dies so professionell handhaben, obwohl es sehr wichtig ist. Auf diese Weise sammeln wir Wissen und Erfahrungen, die die Kollegen, die mit den Kindern arbeiten, nutzen können, um die Qualität der täglichen Betreuung und Förderung der Kinder kontinuierlich zu verbessern und den Kindern vom Baby bis zum Teenager eine gute Grundlage zu mitzugeben.“