Die 37-jährige Holly Browning ist eine Erzieherin, wie man sie sich für jedes Kind wünscht: enthusiastisch, fröhlich und voller guter Ideen. Seit 2016 arbeitet sie für die Partou Alexandra Day Nursery & Preschool, die meiste Zeit als Leiterin. In ihrem persönlichen Leben ist Browning Nachhaltigkeit sehr wichtig: „Ich habe in meinem Alltagsleben immer nach umweltfreundlichen Lösungen gesucht und sie umgesetzt. Und diesen Way of Life bringe ich unseren Söhnen auch bei. Deshalb fand ich es schade, dass das in der Kita nicht so war und habe ich 2022 einen Plan gemacht, um Partou Alexandra zu einer plastikfreien Betreuungsstätte zu machen.“
Sie ist der Überzeugung, dass der heutige Umgang des Menschen mit der Welt und der Natur großen Einfluss auf das Leben unserer Kinder haben wird. „Dinge wie Recycling und Nachhaltigkeit sollten Kinder eigentlich von klein auf spielerisch lernen“, erklärt Browning. „Wir müssen ihnen beibringen, welche Auswirkungen es auf die Erde und das Klima haben wird, wenn wir unser Verhalten nicht ändern. In den Schulen in Großbritannien geschieht das bereits an vielen Orten: Etwa 3.400 britische Schulen haben sich bereits der Anerkennung als Plastic Free School angeschlossen. Aber in der Kinderbetreuung ist das noch längst nicht selbstverständlich.“
Das Team von Browning hat mehrere Änderungen eingeführt. „Wir vermitteln den Kindern auf spielerische und praktische Weise, warum ein sorgsamer Umgang mit der Natur und Nachhaltigkeit wichtig sind“, erklärt sie. „Wir gehen mit ihnen in den Garten oder in den Park und räumen den Müll auf – die Aktion Trash Mob.
Auch erklären wir ihnen, wie sich Abfälle, die in die Natur geworfen werden, negativ auf Tiere und Pflanzen auswirken.“
Bücher über den Planeten
Um die Botschaft zu vermitteln, werden auch Bücher eingesetzt. „Wir lesen den Kindern Geschichten über die Natur und die Bedeutung eines sauberen, nachhaltigen Planeten vor“, erläutert Browning. „In manchen Kinderbüchern geht es auch um Greta Thunberg und ihre Lebensaufgabe. Damit kann man ein Gespräch mit den Kindern einleiten und ihnen erklären, warum es wichtig ist, sorgfältig mit der Erde umzugehen. Es ist sehr gut, wenn sie anfangen, selbst Fragen dazu zu stellen.“
Ein anderes pädagogisches Projekt ist ein großes Wasserbecken mit kleinen Meerestieren, in das die Kinder als Experiment Plastikabfall werfen durften. „Wir fischen das Plastik gleich wieder heraus, damit die Tiere keinen Schaden nehmen“, erklärt Browning. „Aber die Kinder sehen dann mit eigenen Augen, was es bedeutet, wenn man Dinge in das Becken wirft, die dort nicht hingehören. In der Kita wurde auch ein kleiner Garten angelegt, in dem die Kinder ihr eigenes Gemüse anbauen und später selbst aufessen können.
Porzellantassen
Darüber hinaus ist Kunststoff in den letzten drei Jahren weitgehend aus der Kindertagesstätte verschwunden. „Es begann mit recyclebaren Verpackungen für Lebensmittel und Gemüse“, erzählt die Leiterin. „Mittlerweile haben wir auch fast kein Plastikspielzeug mehr in der Kita. Wir bevorzugen Holzspielzeug und erklären auch
warum. Wenn wir eine Tea Party organisieren, verwenden wir ein Porzellanservice. Das macht viel mehr Spaß und die Kinder lernen gleichzeitig, mit wertvollen Dingen vorsichtig umzugehen.“
Sogar neue Möbel bekommt das Team mittlerweile aus Secondhand-Läden. Oder die Eltern werden gebeten, Dinge zu spenden, die sie loswerden wollen, die aber noch gut zu gebrauchen sind. Inzwischen haben die Mitarbeitenden sogar Kugelschreiber aus Karton statt aus Kunststoff. „Es gibt nur eine Ausnahme“, lacht Browning, „das ist LEGO. Dafür gibt es keinen Ersatz, aber das ist Spielzeug, das sowieso immer wieder benutzt werden kann.“
Auch die Eltern werden in die Botschaft einbezogen, die der Anerkennung als plastikfreie Schule (Plastic Free School Accreditation) zugrunde liegt. „Es ist sehr wichtig, Kindern diese Botschaft schon in jungen Jahren zu vermitteln“, meint Browning. „Das kommunizieren wir nicht nur gegenüber den Eltern, sondern auch in den sozialen Medien und den örtlichen Medien.“ Ein weiterer Schritt ist die Zusammenarbeit mit dem National Trust, einer landesweiten britischen Organisation, die sich unter anderem für mehr Grünflächen einsetzt.