Zurück in die Siebziger: ABBA und Feminismus
Die Bee Gees und Donna Summer beherrschten die Charts, ABBA gewann den Eurovision Song Contest mit Waterloo, und neben den allerersten Videospielen war der Zauberwürfel unglaublich beliebt. Es war auch eine Zeit, in der der Feminismus neuen Schwung erhielt. Es gab hitzige Debatten über Chancengleichheit am Arbeitsplatz, Mutterschaftsurlaub und… Kinderbetreuung! Dies markierte den Beginn einer strukturierten Kinderbetreuung in den Niederlanden.
Als Reaktion darauf wurden mehrere Wohlfahrtsorganisationen gegründet, um Frauen die Arbeit zu ermöglichen, während andere Frauen sich um ihre Kinder kümmerten. Die wachsende Nachfrage nach besser organisierter Kinderbetreuung führte zur Gründung von Alcides, einem Vorgänger des späteren Partou, der aus dem Zusammenschluss dreier Amsterdamer Wohlfahrtsorganisationen hervorging. Auch Catalpa, ein Vorläufer von Smallsteps, war eine Wohlfahrtsorganisation. Die Wurzeln von Partou reichen also tatsächlich bis in die 1970er Jahre zurück.
Die Achtzigerjahre: staatliche Förderung und blaue Tiere
Da die Nachfrage weiter stieg, begann sich die niederländische Regierung in den 1980er Jahren stärker für die Kinderbetreuung zu engagieren. Es wurden verschiedene Programme eingeführt, um Familien den Zugang zur Kinderbetreuung zu erleichtern, darunter auch subventionierte Betreuungsangebote. Dies führte 1984 zur Gründung der Stichting Kinderopvang Nederland (SKON), einer weiterer Vorgänger unserer Organisation.
Alle SKON-Standorte trugen Tiernamen. Es gab sogar eine „Blue Animal Parade“ – eine Art mobile Pop-up-Kindertageseinrichtung, die bei Veranstaltungen sowohl in den Niederlanden als auch im Ausland Kinderbetreuung anbot, beispielsweise beim Radrennen Alpe d’HuZes. Wissenswertes: Der erste Standort von SKON hieß „Blue Dragon“ (in Rotterdam, 1980er Jahre). Und genau dort hat unser Maskottchen Dirk der Drache seinen Ursprung – später kam natürlich Daantje, seine lila Partou-Schwester, dazu!
Die Neunziger: mehr Fokus auf pädagogische Qualität
In den 1990er Jahren wuchs der Kinderbetreuungssektor und wurde professioneller. Immer mehr Eltern verbanden Beruf und Familie, was die Nachfrage nach flexibler, hochwertiger Kinderbetreuung ankurbelte. Auch die Regierung erhöhte ihre Zuschüsse. Die Kinderbetreuung entwickelte sich parallel zu diesen Prozessen weiter.
Wo zuvor der Schwerpunkt hauptsächlich auf der Chancengleichheit für Frauen gelegen hatte, richtete sich die Aufmerksamkeit nun auf eine wichtige Frage: Ist Kinderbetreuung tatsächlich gut für Kinder? Bowlbys Bindungstheorie gewann in den 1990er Jahren zunehmend an Bedeutung für die pädagogische Qualität, ebenso wie strengere Ausbildungsanforderungen und Vorschriften. Gegen Ende des Jahrzehnts wurden zudem mehr Einrichtungen für frühkindliche Bildung eröffnet, um Kleinkinder mit Entwicklungsverzögerungen zu unterstützen – alles wichtige positive Entwicklungen!
Ab 2000: marktwirtschaftliche Entwicklungen und das Kinderbetreuungsgesetz
Einer der wichtigsten Meilensteine dieses Jahrzehnts war die Einführung des niederländischen Kinderbetreuungsgesetzes und die Ernennung der ersten Professorin für Kinderbetreuung in 2005: Marianne Riksen-Walraven, eine renommierte Expertin auf diesem Gebiet. Damit entstand ein System, in dem Familien, Arbeitgeber und der Staat gemeinsam die finanzielle Verantwortung für die Kinderbetreuung übernahmen.
Gleichzeitig entstanden mehr (kommerzielle) Kinderbetreuungsorganisationen, wodurch die Familien mehr Auswahlmöglichkeiten hatten. Im Jahr 2000 fusionierten Kasteel Kiekeboe und 't Ukkie zu Allio Kinderopvang, was 2006 zur Gründung von Kinderopvang Nederland führte. Auch Partou schloss sich bald dieser Gruppe an.
Ab 2010: Kinderbetreuungsbeihilfe und Qualitätsverbesserungen
Die Nachfrage nach flexibler, hochwertiger Kinderbetreuung wuchs weiter, angetrieben durch die zunehmende Erwerbsbeteiligung von Frauen, der Anstieg von Doppelverdiener-Familien und die Betonung der Work-Life-Balance. Ab diesem Zeitpunkt erhielten berufstätige und sich in der Ausbildung befindende Eltern einkommensabhängige Kinderbetreuungsbeihilfen, um die Kinderbetreuung erschwinglicher zu machen.
Zudem wurden die Anforderungen an die Ausbildung und Qualifikation von Fachkräften in der Kinderbetreuung immer strenger. So wurden beispielsweise Studien zum Stress bei Kleinkindern in der Kinderbetreuung durchgeführt, was schließlich zur schrittweisen Einführung des IKK-Gesetzes (Innovation der Qualität in der Kinderbetreuung) ab 2018 führte. Eine positive Entwicklung, die unter anderem zur Einführung von Babyspezialist:innen, einem aktualisierten Betreuungsverhältnis (BKR) und pädagogischen Coaches führte.
Etwa zur gleichen Zeit wurde auch das Gesetz zur frühkindlichen Bildung geändert, was zur Einführung von VE-Coaches führte. Das Ziel unserer Branche verschob sich in dieser Zeit grundlegend: von einem Instrument des Arbeitsmarktes hin zu einem Fokus auf die kindliche Entwicklung. Mit anderen Worten: Kinder rückten zunehmend in den Mittelpunkt! Unterdessen wuchs unsere Organisation weiter. Im Jahr 2014 schlossen sich mehrere Organisationen unter dem Namen Partou zusammen, darunter Partou, Allio, SKON und Gastouderopvang Nederland. Gleichzeitig expandierte auch KidsFoundation, mit Smallsteps Kinderopvang als große Marke.
Ab 2020: ein neues Kapitel der Fusionen
Im Jahr 2020 fusionierten KidsFoundation und Partou. Partou blieb neben Smallsteps als eine der Marken von KidsFoundation bestehen. Ein Jahr später, im Jahr 2021, schlossen sich Smallsteps und Partou unter der Marke Partou zusammen. Im selben Jahr wurde Just Childcare – mit Einrichtungen im Nordwesten, in Yorkshire und im Südwesten Englands – als erste nicht-niederländische Kinderbetreuungsorganisation Teil der Partou Gruppe.
Partou Niederlande ist B Corp-zertifiziert
Im Jahr 2023 erhielt Partou Niederlande die B Corp-Zertifizierung, eine internationale Auszeichnung für Organisationen, die hohe Standards in Bezug auf soziale und ökologische Auswirkungen einhalten. Dies steht im Einklang mit unserer Überzeugung, dass es bei der Kinderbetreuung nicht nur um Fürsorge und Entwicklung geht, sondern auch darum, Verantwortung für die Welt von morgen zu übernehmen.
Ab 2022: internationale Expansion
Im Jahr 2022 nahm das internationale Wachstum von Partou weiter Fahrt auf. Im März schloss sich The Wonder Weeks (Oei, ik groei!) der Partou Gruppe an und stärkte damit weiter unsere Expertise in der frühkindlichen Entwicklung.
Später im selben Jahr baute Partou seine Aktivitäten im Vereinigten Königreich durch All About Children weiter aus, wobei sich die Kitas hauptsächlich im Südosten Englands befinden.
Auch Deutschland wurde Teil dieser internationalen Expansion. Im Herbst 2022 schloss sich Kita|Concept Partou an und wurde damit die erste deutsche Kinderbetreuungsorganisation innerhalb der Partou Gruppe.
Ab 2024: weitere internationale Expansion
Im Jahr 2024 schlossen sich Just Childcare und All About Children unter der Marke Partou UK zusammen. Dies stärkte die internationale Präsenz von Partou im Vereinigten Königreich unter einen gemeinsamen Marke weiter. Auch in Deutschland wuchs Partou. Paula & Max mit Kitas in München und Hamburg wurde Teil von Partou. Dies festigte die Position von Partou in der deutschen Kita-Landschaft.
Ab 2025: gemeinsam die Zukunft gestalten
Im Jahr 2025 setzte Partou seine internationale Expansion fort. In Deutschland schloss sich Kita Käptn Kaninchen mit Sitz in Hamburg als neues Label Partou an. Darüber hinaus wurde im November 2025 bekannt gegeben, dass Kita|Concept und Paula & Max ihre Aktivitäten schrittweise unter dem Namen Partou fortsetzen würden. Dies war ein weiterer wichtiger Schritt hin zu einer einzigen, starken internationalen Marke.
Blick in die Zukunft
Viele starke Marken sind inzwischen Teil von Partou geworden und wir haben eine sichtbare internationale Präsenz in der Kinderbetreuung in den Niederlanden, Großbritannien und Deutschland aufgebaut. Wie weltweit und in unserer Branche liegt der Fokus zunehmend auf Gesundheit, Nachhaltigkeit und Innovation. Dies spiegelt sich in unserer Partou Pädagogik wider, mit besonderem Schwerpunkt auf gesunder Ernährung, Mensch und Umwelt, körperlicher Aktivität, Spielen im Freien und (Gehirn-)Entwicklung.